Vorderer Leithund :

-  Entscheidungsträger!

-  sichert das Rudel nach vorne

-  hohe Individualdistanz

-  ruhige und souveräne Art

-  bei Außenreizen baut er sich auf ( Körperspannung, erhobener Kopf)

-  Liegt oft an strategisch wichtigen Orten und abseits

-  Wie alle Leithunde nicht ganz einfach zu führen!


Vorderer Kundschafter: 

-   Entscheidungsempfänger!

-   Führt den Wächter ( nach " Absprache" mit seinem Leithund)

-   Sichert den vorderen Leithund von hinten

-   Reaktionsschnell

-    Läuft sehr effizient und schnell von A nach B mit einer flachen Körperhaltung

-   Läuft oft weit vorne

-   Wenig bis fast kein Problem bei Lärm ( Gewitter, Feuerwerk)

-    Gut geeignet für Agility/ Mantrailing

-     Agiler als der hintere Kundschafter

-    Relativ unkomplizierter Hund, kann sich aber bei fehlender Führung in den vorderen Leithund beamen dann wird er verhaltensauffällig!


 Vorderer Wächter:

-   Entscheidungsempfänger!

(Beide Wächter werden im konventionellen Training oft als ANGST - AGGRESSIV bezeichnet, was aber so nicht ganz stimmt...) 

-   beide Wächter haben keine Handlungskompetenz!!!

-   Sichert den Zentralhund von vorne (eine der wichtigsten Aufgaben im Rudel!)

-   Sehr reaktionsschnell, schnappt schnell zu, kläfft oft hell und laut (Meldepflicht!)

-   Körperspannung ist angespannt und die Bewegung ist eher hoch und kurz, auf Wegen läuft er vor und zurück, hin und her

-   Geht eine sehr enge Bindung mit seinem Menschen oder Leithund ein.

-   setzt sich oft dahin wo er alles im Blick hat ( Fenster, Türe, im Garten an strategisch wichtigen Punkten)

-   Allgemein sehr nervös wirkender Hund!

-   Ängstlich bis Panisch bei Gewitter/ Feuerwerk


Und warum?

Weil er die Lebensversicherung seines Leithundes oder Menschen ist! Er muss GEFAHR melden und nun kann er aber diese NICHT einschätzen und das versetzt ihn in Panik! (Thunder-Shirt oder Bachblütentropfen können helfen, bis er Ihnen so vertraut, dass wenn Sie ruhig bleiben, Ihr Wächter auch ruhig bleibt!)

Der Wächter braucht unbedingt unsere Hilfe, am Anfang immer und überall! 

TIPP:

der vordere Wächter braucht dringend Führung! Sonst wird er eine Gefahr für Menschen und andere Hunde!

Er braucht unbedingt klare und verständliche Informationen wann ich als Mensch in unserer Welt seine Hilfe brauche und wann nicht. 

 

-      NIE mit dem Wächter joggen oder Fahrradfahren gehen!

Tempo überfordert ihn total, er kann die Gegend nicht nach Gefahren abscannen! Eher mit ihm langsame und ruhige Spaziergänge machen und immer mal wieder anhalten und ihm Zeit geben alles zu sichern, sobald er Blickkontakt aufnimmt können Sie weiter gehen. Das hilft ihm Vertrauen aufzubauen weil Sie als Hundeführer Rücksicht nehmen.

-      will ich nicht dass er seinen Job macht, „ scheuche“ ich ihn von den Orten weg wo er alles im Blick hat. Eventuell biete ich ihm an sich auf seiner Decke oder Korb hinzulegen oder wenigstens kurz darauf zu verweilen.  (Er muss NICHT auf der Decke bleiben, es geht nur darum ihm eine alternative Möglichkeit zu bieten,  Decke = Ruhe – Türe = Unruhe, oft ist er so hibbelig, dass er gar nicht still auf der Decke liegen bleiben kann! Aber er lernt damit, dass ich die Situation übernehme und registriert habe was er da an der Türe/ Fenster/ Garten/ Balkon etc. tut.)

-      Beim Spaziergang wenn er anfängt zu kläffen( Mensch/ Hund/ Fahrradfahrer) nehme ich ihn an die Leine ,aus der Situation raus, (aber nicht in Deckung, denn er soll lernen mit der Situation umzugehen) gehe mit ihm auf die Seite, oder weit weg, stelle mich vor ihn hin, Blick zum „ Feind“ (mit einem Auge aber weiterhin bei ihm) und mit einem ruhigen „ schhh“ vermittle ich ihm, dass alles in Ordnung ist und ich die Situation übernehme. Und das jedes Mal! Sollte er sich dann weiterhin völlig selbstvergessen laut aufregen, gebe ich ihm kurz einen Stüber in die Schulter um ihn aufzurütteln und ihm mitzuteilen, dass ICH AUCH NOCH DA BIN, IHM HELFE und diese Aufregung nicht dulde...

Sobald er nur mal kurz mit Ihnen Blickkontakt aufnimmt sofort Loben ( aber kein lautes FEEIIINN!!! sondern ein leises, anerkennendes Super/ Toll oder was auch immer...


 Der Zentralhund:

-   Oberster Entscheidungsträger!

-    Führung nur auf Augenhöhe mit seinem Menschen möglich

-    sehr hohe Individualdistanz

-    Kein einfacher Hund

-    Er darf und muss Verhalten korrigieren! Nur bei Hunden, tut es aber oft auch beim Menschen

-    Sehr souveräner Hund mit sehr viel Ausstrahlung

-    Lockerer Gang und entspannte, aber aufgerichtete     Körperhaltung

Tipp:

Die Reaktion der anderen Hunde zeigt Ihnen sofort ob es ein Zentraler Leithund ist oder nicht.

Sie bewegen und benehmen sich sofort viel angespannter und zurückhaltender. Außer es sind Rüpel oder solche mit Größenwahn, aber der Zentrale Leithund meistert die Situation immer souverän!


 Hinterer Kundschafter:

-     Entscheidungsempfänger!

-    Führt nach Anleitung seines Leithundes den Wächter!

-     Er ist gleichzeitig aber auch der hintere Wächter des Zentralhundes!

-     Meldet und bewacht auch alles, nur viel ruhiger

-   Auch bei fehlender Führung neigt er dazu sich in den Zentralhund zu beamen!! Dann wird auch er aus Überforderung und Stress gefährlich!!!


Hinterer Wächter:

-    Entscheidungsempfänger!

-    er ist der Bodyguard des hinteren Leithundes.

-   wird vom hinteren Kundschafter und hinteren Leithund geführt

-    ruhiger als der vordere Wächter

-   geht eine sehr enge Bindung mit seinem Leithund/ Menschen ein


Hinterer Leithund:

-    Entscheidungsträger!

-    führt seinen Wächter und hinteren Kundschafter

-    sichert das Rudel nach hinten ( bis 1.5 Km)

-    sehr ruhiger, souveräner Hund mit lockerer Körperspannung

-    er ist ein Beamter, die gleichen Abläufe und Rituale sind ihm am liebsten( Sie brauchen keine Uhr mehr, er macht Sie schon darauf aufmerksam was jeweils zu tun ist....)

-    ängstlich bei Gewitter und Feuerwerk

-    Führung nur auf Augenhöhe möglich!

-    Aufpassen, denn er versucht den Menschen zu seinem Wächter zu erziehen! 

-    Typisch für den hinteren Leithund ist, dass er stehenbleibt und sehr lange schauen muss wenn etwas von vorne auf ihn zu kommt.

( weil er nur Entscheidungskompetenz nach hinten hat, denn kommt einige Minuten später das gleiche Objekt von hinten wird es nur kurz mit einem Blick geprüft und er läuft weiter!) 

                       

Jeder unserer Hunde hat eine dieser Positionen.  Er braucht allerdings auch praktische Erfahrungen in seinem Job und wenn er diese nie machen konnte mit guten, sicheren Leithunden oder Mitarbeitern wird er versuchen die fehlende Position/en selber zu besetzen wenn diese nicht der Mensch übernimmt. Dann wird eine „multiple Persönlichkeit“ aus unseren Hunden. ( Sehe und erlebe ich täglich! )

Ein sicheres, geordnetes und verständliches Rudelleben möchte jeder Hund, auch mit seinem Menschen.